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FAQ
Seit wann nutzen Menschen Wasserkraft?
Vor rund 5.000 Jahren wurden in Mesopotamien die ersten Schöpfwerke für die Bewässerung gebaut. Die Römer nutzten Wasserräder vornehmlich zum Betrieb von Getreidemühlen. Im Zeitalter der Industrialisierung stellte die Wasserkraft einen wesentlichen Produktionsfaktor dar, bevor sie in den darauffolgenden Jahrzehnten zunehmend durch Kohle und Öl, später durch die Kernkraft verdrängt wurde. Heute stellt die Wasserkraft wieder eine der wichtigsten und bewährtesten regenerativen Energieformen dar.
Welche Vorteile hat Wasserkraft?
Wasserkraft ist eine ausgereifte Technologie, die sich in der Vergangenheit auf eindrucksvolle Weise bewährt hat. Der durchschnittliche Wirkungsgrad liegt bei über 90 Prozent und ist damit wesentlich höher als bei anderen regenerativen Energien sowie der Kernkraft.
Wasserkraft verbraucht keine natürlichen Ressourcen, dient zuverlässig zur Abdeckung von Grund- und Spitzenlasten und kann Energie speichern. Die lange Lebensdauer der Anlagen und der wartungsarme Betrieb sind insbesondere für den Einsatz in Entwicklungsländern attraktiv.
Wie teuer sind Wasserkraftwerke?
Die spezifischen Kosten für komplette Wasserkraftwerke inklusive Bauteil variieren in einer Bandbreite zwischen 1000 €/kW und mehr als 6000 €/kW (kleine Wasserkraftwerke). Neben vielen anderen Faktoren spielen die Arbeitsauslastung sowie das Verhältnis der Länge der Wasserwege zur Fallhöhe (L/H) eine wichtige Rolle bei der Kostenkalkulation.
Der Bau von Wasserkraftwerken erfordert eine große Anfangsinvestition, die in der Regel höher ist als bei thermischen Kraftwerken. Dies wird aber durch die überdurchschnittlich lange Laufzeit von Wasserkraftanlagen (60 bis 100 Jahre) und die geringen Betriebskosten amortisiert, die sich im Durchschnitt pro Jahr auf 1,5 bis 2 Prozent der Investitionskosten belaufen.
Welche Auflagen existieren beim Bau von Wasserkraftwerken?
Der Bau von Wasserkraftanlagen darf erst nach einem sorgfältigen und umfassenden Genehmigungsverfahren erfolgen. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht eine Umweltverträglichkeitsprüfung, die die Auswirkungen auf Mensch und Natur genau prüft und eventuelle Ausgleichsmaßnahmen vorsieht. Neben der Einhaltung von Gesetzen und weiteren Vorschriften verlangen mittlerweile zahlreiche Institutionen die Einhaltung von Standards, die von der Weltbank entwickelt wurden. Auch diese messen dem Naturschutz und dem Schutz des Menschen eine sehr große Bedeutung zu.
Wie groß sind die Eingriffe in die Natur beim Bau von Wasserkraftwerken?
Der Bau und Betrieb von Wasserkraftanlagen muss stets unter dem Aspekt des Natur- und Gewässerschutzes erfolgen. Gerade einer kompetenten Planungsphase kommt diesbezüglich eine große Bedeutung zu. Sie muss Fragen bezüglich Sedimentation, Fischerei und Wasserqualität Rechnung tragen. Die Fehler, die in der Vergangenheit teilweise begangen wurden, sind einer verantwortungsbewussten Planung, insbesondere bei kleinen und mittleren Wasserkraftanlagen, gewichen.
Wie entwickelt sich Wasserkraft in der Zukunft?
Zur Zeit wird das weltweit technisch erschließbare Wasserkraftpotenzial nur zu 17,6 Prozent genutzt. Das wirtschaftlich erschließbare Wasserkraftpotenzial (8098 TWh/Jahr) wird momentan nur zu 33,8 Prozent genutzt. Damit beinhaltet Wasserkraft enorme Entwicklungspotenziale, die sie in Zukunft zur Nummer 1 aller Energien machen werden.
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